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Klassenzimmer am Baggersee eingeweiht

Auszug aus „Steinbruch und Sandgrube 10/2011“:


Auszug aus „Steinbruch und Sandgrube 10/2011“

Das erste bayerische Klassenzimmer am Baggersee liegt bei Hörblach in einer Art „Amphitheater“. Hausherr des Schulraums mit Seeblick ist die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR), die das Areal an der einstigen Kies- und Sandgewinnungs-Fläche zur Verfügung stellte. Gemeinsam geplant mit Fachleuten vom Landesbund für Vogelschutz und den Landschaftsarchitekten von „arc grün“, sowie finanziell unterstützt durch Spenden zum 60. Geburtstag des Geschäftsführers, konnte die Einrichtung pünktlich zum Schuljahresbeginn feierlich eröffnet werden.

Schon seit vielen Jahren ist das LZR-Abbaugelände Anziehungspunkt für Naturinteressierte, die den interessanten Lebensraum Sand- und Kiesgrube näher kennenlernen möchten. Kindergärten, Schulklassen aller Altersstufen aus Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien, Studenten und Vereine nutzten das Angebot im Rahmen von Exkursionen, um die Rohstoffgewinnung und die damit verbundenen Naturschutzmöglichkeiten in Augenschein zu nehmen.

Mit dem „Klassenzimmer am Baggersee“ wurde nun ein fester Standort für erlebnisreichen Unterricht im Freien errichtet. Es soll Schulklassen aller Altersstufen, aber auch Kindergärten und Studenten zur Verfügung stehen, um vor Ort die Zusammenhänge zwischen Natur, Wasser und ökologische Kreisläufe hautnah kennenzulernen.

Die Anlage des Geländes als Gebirge dient dazu, die Besucher in die Thematik der bayerischen Geologie einzuführen und zudem das Thema Erosion aufgreifen. Dank Spenden verschiedener Natursteinbetriebe können Besucher vom roten Buntsandstein aus dem Spessart und Diabas aus dem Fichtelgebirge über den schwarzen Basalt aus der Rhön bis hin zum Nagelfluh aus dem Allgäu etliche Gesteine in Augenschein nehmen. Klassen, die hier künftig Natur erfahren wollen, können auf mit verschiedenen Gesteinsarten gefüllten Drahtkörben (Gabionen) sitzen und den Praxisunterricht unter Sonnenschirmen verfolgen.

„Da würde ich auch gerne in die Schule gehen“, betonte der stellvertretende Landrat Paul Streng bei der Einweihungsfeier. Das Klassenzimmer, zu dessen Ausstattung auch ein Materialcontainer mit allerlei Forschungsutensilien gehört, biete viele Chancen, Natur zu begreifen. Zum Experimentieren, Beobachten und Ausprobieren werden in diesem Container zudem Kescher, Lupen, Bestimmungsliteratur und weiteres Equipment zur Verfügung gestellt. Dazu gehört auch der Naturerlebniskoffer, der alles enthält, was kleine und große Forscher für einen erlebnisreichen Besuch in der Sand- und Kiesgrube benötigen: von Becherlupen und Kescher über Bestimmungskarten für Tiere und Pflanzen bis hin zu Augenbinden für Tastspiele und Tierfußschablonen für Spurenleser. Auch Material für die Gesteinsbestimmung darf natürlich nicht fehlen.

Den Wert des Begreifens in einer Welt, die von einem dramatischen Verlust an Artenvielfalt bedroht sei, hob der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Lothar Sothmann, hervor. Der Jugend müsse mit geeigneten naturnahen Unterrichtsprojekten eine „Schöpfungsverantwortung“ als Wert weitergegeben werden. Die praktische Umsetzung des Projekts liegt jetzt in den Händen des dem Baggersee benachbarten Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach. Hermann Reifenscheid übergab bei der Eröffnung die Schlüssel für den Materialcontainer an Pater Dr. Franziskus Büll. Das Gymnasium wird Termine mit Schulklassen, aber auch Kurse im Bereich der Erwachsenenbildung organisieren und die Termine festlegen.

Die Vereinbarung von Ökonomie und Ökologie war und ist stets ein Leitsatz der LZR-Unternehmensführung. Mit dem Klassenzimmer am Baggersee gehen sie noch einen ganzen Schritt weiter und hoffen damit auf weitere Akzeptanz ihrer Arbeit - der Versorgung  der Region mit dem wichtigsten Rohstoff des Landes: Sand und Kies. LZR besteht bereits seit über 100 Jahren. Heute ist das Unternehmen an den fünf Standorten Kitzingen, Hörblach, Würzburg und zwei Mal in Astheim aktiv.